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06 April 2018

[Rezension] The Hate U Give - Angie Thomas
Starr kommt aus dem Ghetto. Doch so richtig zur Community gehört sie nicht, denn Starr geht auf eine ‚bessere‘ Schule – mit nahezu ausschließlich weißen Kids. Als Starr ausnahmsweise in ihrem Viertel auf eine Party geht muss sie mit ansehen wie ein schwarzer Teenager von einem weißen Polizisten erschossen wird. Starr‘s Welt wird dunkel und sie sucht ihre Stimme und vor allem Gerechtigkeit.

Dieses Buch wurde lange in diversen Social Media Kanälen breit getreten. Irgendwie ging der große Hype an mir vorbei. Vor kurzem habe ich dann allerdings gelesen dass das Buch verfilmt werden soll. Da eine Buchverfilmung auf jeden Fall gelesen werden muss bevor man ins Kino stürmt habe ich mir ‚The hate u give‘ doch einmal genauer angeschaut.





Was auf den ersten Seiten passiert ist kein Geheimnis. Dennoch war ich schockiert. Schockiert und der Entwicklung der Dinge. Schockiert von der Machtlosigkeit in die diese Teenager gedrängt werden. In meinem Kopf immer wieder der Satz ‚Das passiert wirklich.‘

Die Hilflosigkeit und Wut die der Leser fühlt begleiten auch Starr. Abgesehen von der Trauer ist sie hauptsächlich verängstigt. Sie möchte das Richtige tun, will sich und dem Toten Gerechtigkeit verschaffen. Doch weder der Staat noch ihr Umfeld machen ihr das leicht. 


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Die Figuren sind von der Autorin wunderbar gezeichnet. Schwarz Weiß, Gut Böse, Gerecht Ungerecht. Es gibt weiße Arschlöcher, es gibt schwarze Arschlöcher, es gibt gute Cops, es gibt böse Cops.

Das Buch ist aus Sicht von Starr geschrieben, damit ist man als Leser mehr oder weniger automatisch auf ihrer Seite. Damit möchte ich sagen dass die ‚Sicht‘ des Cops der den Abzug drückte nie erwähnt wird (abgesehen von einem Interview mit einem Familienmitglied). Selbstverständlich legitimiert das seine Handlung absolut nicht, doch mich hätte interessiert wie die Autorin in die Rolle des Cops geschlüpft wäre.


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Durch unsere geografische Distanz zu den USA und den ‚Rassenproblemen‘ dort, habe ich von solchen Fällen zwar gehört, aber mich nie intensiv eingelsen. Das macht auch einen großen Reiz des Buches aus für mich.

Mir hat das Buch unglaublich gut gefallen. Herzliche und interessante Charaktere, eine gute Story und dieser Bezug zur Realität – sehr lesenswert! In dem Fall kann ich mich ohne Vorbehalt dem Hype anschließen. 



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Ein Kompliment auch an die Übersetzung – mir hat der ‚Slang‘ und die einzelnen englischen Sätze gut gefallen. Als ich mich mit dem Buch beschäftigt habe sind mir einige eher negative Kommentare über die ‚Sprache‘ aufgefallen – dem kann ich mich nicht anschließen. Es hat das Buch authentisch gemacht für mich.

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Ich habe den Anspruch an ein Buch dass es mich zum Nachdenken anregt. Das hat dieses auf jeden Fall getan.
Daher habe ich mich mit einigen Schlagwörter des Buches beschäftigt.

  • Black Lives Matter - Die Bewegung begann 2013 mit der Benutzung des Hashtags #BlackLivesMatter in den sozialen Medien nach dem Freispruch von George Zimmerman nach dem Todesfall des afroamerikanischen Teenagers Trayvon Martin (Quelle)
  • Black Panther Party – Die Partei löste sich 1982 auf, doch sie ist in einigen Gegenden noch immer ein Begriff, besonders ihr 10-Punkte-Programm (mehr Infos und Quelle)
  • Stand-Your-Ground-Laws – diese werden nicht direkt in dem Buch thematisiert, passen aber dennoch: Diese Gesetze erlauben jedem, der die begründete Annahme hat, dass ihm ein „Gewaltverbrechen“ droht, den Einsatz von Gewalt bis hin zu tödlicher Gewalt zur Selbstverteidigung. Das sind keine veralteten Gesetze – das sind neue, und immer mehr Bundesstaaten schließen sich dem Vorreiter Florida an. (Quelle)
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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Wie verschafft man sich am besten Gehör?

In den heutigen Zeiten ist Social Media auf jeden Fall die erste Anlaufstelle. Sicher kann so etwas auch nach hinten los gehen. Je mehr Menschen man erreichen möchte, desto mehr muss man mit einer gegensätzlichen Meinung rechnen. Doch die Wucht die ein einzelner Hashtag erzeugen kann lässt sich nicht mehr klein reden. Hashtags sind das Sprachrohr der neuen Generation.

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Black Lives Matter. Emotional und mit Liebe zum Detail geschrieben. Eine Hommage an alle die nicht wegschauen wollen. Sehr. Sehr. Lesenswert.

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Ja das Buch wird verfilmt, allerdings konnte ich bisher noch keinen Erscheinungstermin finden.

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Erscheinungsdatum: Juli 2017 | Verlag: cbj | Preis: 20,00 [D] | ISBN: 978-3-570-16482-2  | Seiten: 512 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




05 April 2018

Wer ist James Baldwin?
Vor ein paar Tage kam ich nach Hause und habe ich Päckchen des dtv Verlags gefunden. Darin ein Buch welches mir quasi völlig unbekannt war, sowie eine Karte mit netten Worten und dem Hashtag #tappingintobaldwin. Der Klappentext des Buches war interessant, hat mich aber nicht direkt umgehauen. Daraufhin habe ich mich bei Instagram mit dem Hashtag beschäftigt, knapp 40 Posts bisher. Mir kommt sein Gesicht bekannt vor, allerdings weiß ich nicht woher. Unter einem der Bilder steht 'James Baldwin 1924-1987' - der Autor ist also bereits vor knapp 30 Jahren gestorben.



Mit jedem Bild zieht mich James Baldwin mehr in seinen Bann. Der breite Mund mit ansteckendem Lachen, die großen Augen die sein Gegenüber betrachten. Er strahlt Charakter aus.

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Als nächstes besuche ich Youtube. Suche: James Baldwin. Es kommen Interviews, viele, es werden Debatten gezeigt, unteranderem mit Malcolm X, Reden über Reden. James Baldwin ist ein Autor der 50iger und 60iger - aber nicht nur das, er war und ist eine Ikone der Gleichberechtigung.
Ich sehe mir mehr als eine seiner Reden an und bin, um es modern auszudrücken, angefixt. Ich kann nicht glauben dass mir dieser Mann vorher kein Begriff war.




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Warum ich ihn nicht kannte ist leicht zu erklären. Die Erklärung ist sicherlich nicht nur für mich gültig.

Mein Wissen über die  afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung und deren Prominenz hält sich in Grenzen. Selbstverständlich sind mir Martin Luther King, Malcolm X und Rosa Parks ein Begriff - doch ein großes Thema war die Historie der USA nicht im Geschichtsunterricht. Zudem fühle ich eine gewisse geographische und damit geschichtliche Distanz zu den USA, zumindest was deren nationale Geschichte angeht.



James Baldwin ist eine eloquente Stimme des civil-rights movement, er sieht sich als Zeitzeuge und verarbeitet, teils stark autobiografisch, die damals aktuelle Lage der USA in seinen Werken. 

Baldwin zieht in seinen Zwanzigern nach Paris. Von dort aus kippt er benzingetränkte Worte ins Feuer der Bürgerrechtsbewegung. Er weiß wovon er schreibt: Armut, Ungerechtigkeit, Rassismus, Homosexualität - ein Ungleichgewicht der Welt. Er gilt als einer der ersten großen afroamerikanischen Autoren.


James Baldwin


Auch das heutige Hollywood entdeckte Baldwin neu. 'I Am Not Your Negro' ist eine oscar-nominierte (2017) Dokumentation die auf einem unvollendeten 30 seitigen Manuskript von Baldwin basiert. Er betitelte das Projekt 'Remember This House'. In der englischen Original Fassung spricht Samuel L Jackson, die Off-Stimme der deutschen Version ist Samy Deluxe.

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James Baldwin ist ein Aktivist der eigentlich keiner sein wollte. Er ist die literarische Stimme seiner Zeit. Er lässt uns an seiner Empfindungen und Sichtweisen in einer fiktiven Geschichte teilhaben. Damit trifft er den Nerv der Zeit. Noch heute, oder auch heute wieder, hat das Thema nicht an Brisanz verloren. 

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Das Buch, das seinen Weg zu mir gefunden hat, heißt 'Von dieser Welt', der englische Originaltitel ist 'Go tell it on a mountain' und erschien erstmals 1953. Es handelt von einen sexuell unentschlossenen Teenager aus einer zerrissenen Familie, der in Harlem New York nach seinem Platz sucht und das in den 30iger Jahren.




James Baldwin

1966 wurde das Buch erstmals in Deutschland verlegt unter dem Titel 'Gehe hin und verkünde es vom Berge'.  Das Time Magazine setzte es auf die Liste der 100 besten englischsprachigen Romane seit 1923. Dieser Klassiker wurde nun neu übersetzt (von Miriam Mandelkow) und erschien Ende Februar, kurz vor seiner Präsentation im Literarischen Quartett, im dtv Verlag.

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Dieses Buch ist das erste der Neuübersetzungen welche im dtv Verlag erscheinen werden in den nächsten Jahren. Hier die Bücher die laut Webseite aktuell geplant sind.
 
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Ehrlich gesagt kann ich es kaum erwarten das Buch zu lesen.

Vielen Dank an den Verlag, die mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht haben. Wer weiß ob ich mich jemals sonst für James Baldwin interessiert hätte.

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Erscheinungsdatum: Februar 2018 | Verlag: dtv | Preis: 22,00 [D] | ISBN: 978-3-423-28153-9  | Seiten: 320 Seiten | Sprache: Deutsch




03 April 2018

What happend in March?
Minimal verspätet - aber die Feiertage bin ich trotz 'frei haben' nicht dazu gekommen meinen Monatsrückblick fertig zu stellen..



Was ist bei mir im März passiert? Leider Gottes bin ich älter geworden. Achtundzwanzig Jahre stehen nun auf meiner Uhr. Ich würde gerne schreiben das ich das überhaupt nicht schlimm finde und man ist so alt wie man sich fühlt. Aber das stimmt nicht ganz. Ich wäre gerne noch ein bisschen länger 27 geblieben.

Und wehe es sagt jemand ‚ach hab dich nicht so‘ oder ‚ich hab das schon hinter mir‘ – schön für euch, für mich ist das kein Zuckerschlecken. Punkt. Da muss man sich auch nicht rechtfertigen.

Nichts desto trotz mag ich Geburtstag sehr gerne. Ich fand es toll mit allen meinen Freunden etwas gemeinsam zu unternehmen und sind wir mal ehrlich – es gibt schlimmeres als Geschenke zu bekommen!

Lesetechnisch bin ich mit dem März sehr happy. Es waren tolle Bücher dabei! Der März ist offizieller von Schirach Monat.

Auch zu diesem Monatsende gibt es eine Zusammenfassung der drei Fakten meiner gelesenen Bücher. Es ist absolut wahr was man sagt: Lesen bildet!


Wie Wölfe im Winter - Tyrell Johnson
  • Die Weltbevölkerung wächst jährlich um ca. 83 Millionen Menschen  
  • Ein unglaublich interessanter Artikel über ‚unser Leben‘ in 100 Jahren 
  • Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für unsern Planeten! (Hawking hat Recht. Trump ist ein Idiot es nicht zu glauben. PUNKT. END OF DISCUSSION!)
Spätsommerliebe - Petra Durst-Benning

  • Petra Durst-Benning hat einen Podcast: Petras Welt 
  • Die Autorin hat bereits 18 Bücher veröffentlicht (Spätsommerliebe ist Nr 19)
  • Es gibt 8 Maierhofen in Deutschland, ich kann mir aber vorstellen das Maierhöfen im Allgäu die Vorlage war
Strafe - Ferdinand von Schirach
  • In Deutschland ist es verboten, im Gleichschritt über eine Brücke zu marschieren. (StvO, Paragraph 27, Absatz 6) 
  • In Hessen können laut Landesverfassung Verbrecher zum Tode verurteilt werden. Hingerichtet wird trotzdem niemand, weil in Deutschland Bundesrecht vor Landesrecht gilt.
  • Wer in Deutschland eine nukleare Explosion verursacht, muss mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. So steht es im § 307  Strafgesetzbuch. (Quelle StgB)
Die Würde ist antastbar - Ferdinand von Schirach
  • 14. Februar 2018: Bei einem Amoklauf in einer Schule in Parkland (Florida) tötet ein 19-Jähriger insgesamt 17 Menschen mit einer Schusswaffe, darunter Schüler und Lehrer, und verletzt weitere Opfer schwer. Wenig später wird er von der Polizei gestellt und verhaftet. 
  • 16. Februar 2018: Nach mehr als einem Jahr ohne Anklage wird der inhaftierte Journalist Deniz Yücel aus dem türkischen Gefängnis entlassen.
  • 14. März 2018: Stephen Hawking stirbt - Er gilt als einer der größten Astrophysiker der vergangenen Jahrzehnte - und er war der vielleicht letzte Popstar der Wissenschaft.
Wenn Martha tanzt - Tom Saller
  • Paul Ernst Klee (* 18. Dezember 1879 - † 29. Juni 1940) - Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus, Primitivismus, Surrealismus 
  • Wassily Kandinsky (*4. Dezember 1866 - † 13. Dezember 1944) -  Expressionismus,  abstrakte Kunst
  • Oskar Schlemmer (* 4. September 1888 - † 13. April 1943) - moderne Kunst, Bauhausstil
Mein Sommer auf dem Mond - Adriana Popescu

  • ‚Klassische Störungen‘ sind: Angsterkrankungen, Depressionen, Essstörungen und selbstverletzendes Verhalten.
  • 20% der Jugendlichen sind psychisch auffällig, 10 Prozent der Fälle benötigen ärztliche Hilfe
  • 2-4% Prozent der Grundschulkinder und 14% der Jugendlichen in Deutschland leiden an Depressionen

Quellen findt ihr auf den jeweiligen Original Rezensionen (klick auf den Titel).


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[Rezension] Mein Sommer auf dem Mond - Adriana Popescu
Vier Teenager, die unterschiedlicher und ähnlicher nicht sein könnten, müssen sich in einem Therapiezentrum an der Ostsee ihren Dämonen stellen. Jeder für sich muss lernen dass es gemeinsam leichter ist gegen den Sturm der eigenen Gedanken anzukommen.

Adriana Popescu muss man mögen. Man muss einfach. Und ihre Bücher auch.





Jugendliche mit psychischen Problemen – Frau Popescu wagt sich mit diesem Buch an ein Thema das sehr nahe geht. Mir fehlt hier (glücklicherweise) die persönliche Erfahrung. Weder ich noch Freundinnen von mir hatten damit zu kämpfen.

Übrigens finde ich daher lesen so unglaublich wichtig. Es gibt einem immer wieder die Möglichkeit Dinge zu erleben und besser zu verstehen, die man so nie erlebt hätte.


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Die Liebe der Autorin zu Harry Potter, Sherlock, Marvel und diversen ‚nerdy‘ Filmen und Serien ist glaube ich noch nie so präsent gewesen wie in diesem Buch. Und ich habe es so gefeiert. Allein die Überschriften der einzelnen Kapitel hätten mich fast zu applaudieren gebracht.

Ein kleines bisschen war das auch mein Problem, wobei es nichts mit dem Buch zu tun hat! Seltsame Erklärung, daher muss ich hier ein bisschen weiter ausholen. Basti sieht Bösewichte aus diversen Filmen – das ist kein Spoiler, Bastis Krankheit lernt man gleich mit ihm kennen. Das heißt neben Basti sitzt zum Beispiel der Grinch und mach ihm das Leben zu Hölle. In meinem Kopf hatte das Bild allerdings eher etwas unterhaltsames, mehr als das es beängstigend war.
Dieses intuitive Gefühl hat mich dann immer wieder geärgert, weil ich mir dachte: Das ist nicht lustig, das ist schrecklich. Abstellen konnte ich es trotzdem nicht.


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Bei Fritzi hätte ich gerne viel mehr über ihre Krankheit beziehungsweise ihr Problem erfahren. Fritzi hat mir als Charakter sehr gut gefallen. Sie war mir sympathisch. Potterheads halten eben zusammen. Dennoch hätte ich gerne mehr von dem ‚Therapiepart‘ gelesen.

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Frau Popescu schreibt die Jugendlichen Charaktere wundervoll! Und das ganz ohne aufgesetzt zu wirken. Dadurch wird die Thematik für mich allerdings ein wenig ‚romantisiert‘. Es gibt diverse Bücher die sich der Thematik auf einer ‚ernsteren Ebene‘ nähern. Wer sich klar ist das er ein Jugendbuch in der Hand hält wir definitiv nicht enttäuscht.

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Teenager entwickeln besonders schnell psychische Störungen auf Grund der Hirnentwicklung. Hier ein paar Fakten zum Thema.
  • Klassische Störungen‘ sind: Angsterkrankungen, Depressionen, Essstörungen und selbstverletzendes Verhalten.
  • 20% der Jugendlichen sind psychisch auffällig, 10 Prozent der Fälle benötigen ärztliche Hilfe (Quelle
  • 2-4% Prozent der Grundschulkinder und 14% der Jugendlichen in Deutschland leiden an Depressionen (Quelle)
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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Wie kann man am besten helfen wenn Jugendliche Problme haben?

Ich fürchte nicht wirklich. Zumindest nicht ohne selbst mit einem Psychologen gesprochen zu haben. Die beste Hilfe ist Unterstützung. Da sein und selbst gewillt sein mit einem Arzt zu sprechen wie man helfen kann. Ich wünsche es niemandem - aber die Statistik zeigt dass ich irgendwann damit in Berührung kommen werde - und dann möchte ich einfach das Beste tun.

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Dieses Buch ist ein Jugendroman, das Setting mag ein Therapiezentrum sein, doch richtig Tiefgang entwickelt es nicht. Das meine ich absolut nicht negativ! Adriana Popescu schreibt Jugendliteratur – mit viel Witz und Charme. Genau das bekommt man in der Geschichte – nicht mehr und nicht weniger.

Liebe Adriana, danke für die Reise auf den Mond. Es war toll die Astronauten kennen zu lernen!

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Andere Bücher von Adriana Popescu die ich gelsen habe - alles Einzelbände.
 
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Erscheinungsdatum: März 2018 | Verlag: cbj Verlag | Preis: € 13,00 [D] | ISBN: 978-3-570-31198-1   | Seiten: 400 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




26 März 2018

[Rezension] Wenn Martha tanzt - Tom Saller
Martha ist die Urgroßmutter von Thomas. Dieser fand ihr Tagebuch im Nachlass seiner Großmutter. Die bekanntesten Maler ihrer Zeit hatten in Martha’s Tagebuch skizziert – Zeichnungen von unermesslichem Wert. Doch was ist die Geschichte von Martha wert? Zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Wahrheit und Erträumten – Martha’s Tanz mit dem Leben und der Freiheit.

Das Buch hat mich sofort angesprochen als ich es entdeckt habe. Noch vor dem Erscheinungstermin ist es bei mir eingetroffen – nicht nur das Cover sondern auch die Geschichte ist unglaublich toll.




Die Erzählung beginnt mit der Versteigerung des Tagebuchs. Der Wert scheint sich einzig auf die Zeichnungen darin zu beziehen. Klee, Kandinsky und Schlemmer haben sich unter anderem darin verewigt. Der ‚Verkäufer‘ ist Marthas Urenkel. Es schmerzt ihn die eigene Familiengeschichte zu verkaufen und er beginnt daher einen Roman rund um das Tagebuch zu schreiben. Was ist vor den Aufzeichnungen geschehen und vor allem was danach?

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Der Wechsel zwischen Vergangenheit, beginnend ab 1900, und Gegenwart, genau genommen 2001, ist ein beliebtes Stilistische Mittel und genau richtig dossiert in diesem Fall. Auch wenn ein Großteil der Geschichte zu Zeiten zwischen den Weltkriegen und im zweiten Weltkrieg spielt, ist es nicht das Hauptthema des Buches – eine angenehme Abwechslung.




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Den Roman einzuordnen fällt schwer - ist es ein Jahrhundertroman? Ein Historisches Buch? Ein bisschen von beidem. Es war faszinierend Martha’s Leben zu folgen. Der Schreibstil des Autors macht es einem sehr einfach sich für die Geschichte zu begeistern. Es ist mitreißend geschrieben ohne zu dick aufzutragen. Dem Leser wird viel selbst überlassen, hauptsächlich was die Umgebung oder Stimmung betrifft. Der Autor lässt seine Charaktere sprechen.

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Ich war nie besonders Kunstinteressiert – doch das Buch hat mich dazu verleitet mir die drei Haupt-Maler dieser Geschichte anzusehen. Diese drei Fakten und Bilder stammen von Paul Klee, Vladimir Kandinsky und Schlemmer.
  • Paul Ernst Klee (* 18. Dezember 1879 - † 29. Juni 1940) - Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus, Primitivismus, Surrealismus  
  • Wassily Kandinsky (*4. Dezember 1866 - † 13. Dezember 1944) -  Expressionismus,  abstrakte Kunst
  • Oskar Schlemmer (* 4. September 1888 - † 13. April 1943) - moderne Kunst, Bauhausstil

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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Was genau ist der ‚Bauhausstil‘?

Der Begriff 'Bauhausstil' steht für klare, funktionale Entwürfe. Meist in kubischer Form. Einer der Vordenker ist dabei Walter Gropius. Als Architekt moderner Bauten macht er sich einen Namen. Eben dieser ruft die  modernste und umstrittenste Kunstschule der 1920er Jahre: Das "Staatliche Bauhaus in Weimar" - ins Leben. So entstand die Bezeichnung.

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Ein wirklich lesenswertes Buch über eine faszinierende (fiktive) Frau. Lebendig und fesselnd erzählt.

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Erscheinungsdatum: März 2018 | Verlag: list by ullstein | Preis: 20,00 [D] | ISBN: 978-3-471-35167-3  | Seiten: 288 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.